Virtuelle Kronen ersetzen das Podium

Fehlender sozialer Kontakt, ausbleibendes Kräftemessen und allgemeine Be- und Einschränkungen. Wie die ganze Bevölkerung war auch das Team Imnauer mit Herausforderungen und veränderten Rahmenbedingungen durch die Corona Pandemie konfrontiert. Auf unterschiedliche Weise gingen die Teamfahrer mit der veränderten Gesamtsituation – dem sog. „new normal“ – um.   Auch in Zeiten ohne akribische Trainingssteuerung und ohne Startnummer am Lenker, motiviert sich das Team auf unterschiedliche Art und Weise und gibt unter dem Motto „langsam macht auch schnell“ einen sportlichen Ausblick für 2020.

Vorab muss man verstehen, dass für die Teamfahrer bis dato reguläre Einheiten und Sportaktivitäten wichtige Bestandteile des allgemeinen Wohlgefühls und der inneren Ausgeglichenheit waren. Seit mehreren Monaten sind die gewohnten Tagesroutinen für unser Team allerdings fast vollständig verloren gegangen. Das normalerweise strikt durchtaktete Leben mit vertrauten Abläufen, gemeinsamen Trainingsfahrten und Wettkämpfen all das fehlt, wurde abgesagt oder aufgeschoben. Diese Strukturen und Routinen sind allerdings ein ganz wichtiger Faktor, durch den nicht nur wir, sondern alle Sportler die immense Disziplin für ihre hohe Belastung überhaupt aufbringen können. Die logische Konsequenz ist, dass regelrecht Halt verloren geht und man in eine Strukturlosigkeit fällt.

Die ambitionierten Mitglieder des Team Imnauer haben in Zeiten von Corona individuelle Mittel und kreative Wege gefunden haben, um weiterhin motiviert und optimistisch zu bleiben.

Nachdem Steffi den ersten Pandemie-Schock überstanden hatte, war das Motto sofort klar: „Der Blick geht nach vorne. Jede Krise birgt irgendwo Chancen.“ Vermehrt Geduld im Alltag aufzubringen war für Steffi definitiv eine neue Situation. „Egal wohin man geht oder was man macht, man braucht Geduld und Nachsicht. Sei es beim Einkaufen oder beim Radfahren auf den Radwegen. Wenn man jemand überholen möchte muss man einfach warten, bis eine geeignete Stelle kommt, an der man mit dem nötigen Mindestabstand überholen kann. Nach kurzer Zeit habe ich dieses veränderte Miteinander allerdings sehr zu schätzen gelernt und fühle mich wohl mit dieser Konstellation.“ Diese Anpassung verstärkte auch Steffis Wahrnehmung von bislang als selbstverständlich angesehenen Dinge. „Ich bin glücklich, dass ich gesund bin. Ich durfte mich in der freien Natur bewegen und somit mein Hobby ausüben Mehr kann ich mir echt nicht wünschen. Ohne frische Luft und Bewegung würde mir die Decke auf den Kopf fallen.“ Mit Blick auf den weiteren Jahresausblick meinte sie, „der Spaß und die Freude am Radfahren ist Ansporn genug. Außerdem möchte ich mein Leistungsniveau halten, denn das nächste Rennenkommt bestimmt, egal wann.“  

Bedingt durch Kurzarbeit und Betriebsruhe im Zuge der Konjunkturabschwächung verbrachte Tina mehrere Wochen zu Hause. „Das tolle Frühlingswetter sorgte jeden Morgen für den nötigen Motivationsschub. Da ich in dieser Zeit sehr oft auf dem Fahrrad aktiv war, entwickelte sich meine Formkurve konstant nach oben.“ Anstatt Platzierungen auf dem Podium, setzte sich Tina einfach andere Ziele. „Auf der Social-Media Plattform Strava, wollte ich meine Radfahrten immer mit einer virtuellen Krone beenden.“ Diese Auszeichnung wird für die schnellste Fahrerin auf einem vordefinierten Streckenabschnitt vergeben. „Ich freue mich immer wieder über diese Auszeichnungen, die mich einen kurzen Moment sogar von der angespannten gesellschaftlichen Situation ablenken.“ Auf die Frage wie Tinas Ausblick für den Rest der Radsaison aussieht, antwortete sie: „Ich möchte die nächsten Monate dazu nutzen viele Touren in unbekannten Regionen zu machen. Durch vollgepackte Rennkalender fehlte in den letzten Jahren einfach die Zeit mal gechillt die Trails rund um Baiersbronn oder der Fränkischen Schweiz zu genießen.“

Auch Simon fand sich ohne konkretes Ziel bzw. Rennen erstmal in einem Motivationsloch. „Da mir der Sport einfach sehr viel Spaß macht, werde ich dennoch trainieren und die bekannten Wettkampfstrecken im Genusstempo abfahren. Dabei werde ich sicherlich Dinge entdecken, die ich im Rennmodus rechts und links von den Singletrails bis jetzt noch nie wahrgenommen habe. So ganz nebenbei kann ich dabei auch die Tücken und Schlüsselstellen genauer unter die Lupe nehmen und versuche mir die perfekte Linienwahl für 2021 einzuprägen.“

Markus füllte die plötzliche Leere und Ziellosigkeit mit folgendem Plan: „Obwohl ich schon mehrere Jahre in Oberfranken wohne, kenne ich die weitere Umgebung noch nicht wirklich gut. Daher dachte ich mir, hey, warum mache ich nicht einfach mal längere Einheiten in Städte, die ich noch nicht kenne.“ Gesagt, getan kam Markus dadurch in zwei Wochen im April auf insgesamt 80 Trainingsstunden und fuhr u.a. Bayreuth, Kulmbach, Oberhof, Ilmenau, Schweinfurt und Bamberg mit dem Rennrad an. Auch das Mountainbike brachte er zum Einsatz. „Ich bin total geflasht von den tollen Trails direkt vor meiner Haustür im Coburger Land, die ich größtenteils erst jetzt entdeckt habe. Neben dem bekannten Bike-Marathon in Trieb, der sog. Bike-City, bietet der Frankenwald, die Fränkische Schweiz und der Thüringer Wald beste Bike-Bedingungen. Diese Zeit in der Natur war für mich die perfekte Abwechslung und gab meinem Tagesablauf wieder eine Struktur und Richtung. Auf Basis dieser Grundlagenfitness, möchte ich die nächsten Wochen strukturiert trainieren, so dass ich für einen möglichen verspäteten Saisonstart bestens vorbereitet bin.“ Zuversichtlich ergänzte er, „ich denke, dass wir in der zweiten Jahreshälfte noch in den Genuss von Wettkämpfen oder anderen Events kommen. Sicherlich in etwas abgewandelter Art und Weise, aber wie Franz Kafka schon sagte, Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

Gorden gehört zu der Art von Menschen, die die Dinge nehmen wie sie sind und sich schnell an neue Situationen anpassen können. Die größte Herausforderung für ihn war dennoch sich nicht mehr mit anderen Leuten treffen zu können – ob zu einem geselligen Grillabend oder zur gemeinsamen Radtour. „Für den Rest des Jahres habe ich aktuell keine Rennen mehr geplant. Es wäre einfach nur toll, wenn wir Ende des Jahres noch an einem gemeinsamen Event teilnehmen könnten. Letztlich hängt dies aber von der allgemeinen Gesamtsituation ab, die für mich weiterhin die oberste Priorität darstellt.“

Die Phase, in welcher sich mehr und mehr abzeichnete, dass Großveranstaltungen und Sportevents nicht mehr durchführbar sind, bis hin zu deren endgültiger Absage war für Reiner nicht ganz einfach. „Danach habe ich den Schalter umgelegt und versuche seither die Trainingsfrequenz hoch zu halten. Gleichzeitig merke ich aber auch, dass sich leicht eine gewisse Nachlässigkeit einschleicht.“ In der Phase der eingeschränkten Reisemöglichkeiten, waren neue Strecken in seiner Heimat eine Bereicherung für den Trainingsalltag. Mit einem breiten Grinsen verriet Reiner abschließend noch sein Geheimrezept: „Ab und zu mal im gedrosselten Bereich trainieren; denn langsam macht auch schnell.“

Einen durchweg positiven Ausblick gab unser Wahl-Schweizer Nick. „Da alle sonstigen Verlockungen, die es in Zürich gibt, geschlossen sind, saß ich mehr auf dem Fahrrad als sonst. Ich sehe diese Konstellation heuer als Chance für jeden Biker das Jahr zu nutzen, um sich voll auf den Fun zu konzentrieren. Bei mir ist das definitiv das sog. Trailen, das Mountainbiken abseits von Straßen und Schotter auf teils von Hand angelegten Strecken im Gelände. Ich genieße diese Art zu fahren, weil ich dabei ohne jeglichen Trainings- oder Leistungsgedanken im Hinterkopf voll abschalten kann.“ Da der Großteil der Rennen wohl ausfallen wird, sieht Nick auch die Chance noch mehr gemeinsam im Team zu unternehmen. „Wir alle lieben diesen Sport und sind stolz Fahrer im Team Imnauer zu sein. Diesen tollen Teamspirit wollen wir auch in die Öffentlichkeit transportieren und dabei zum aktiven, fairen und nachhaltigen Sport in der Natur animieren.“

Pandemie durchkreuzt den Saisonstart 2020

Veringendorf, Schönbuch Trophy, Hegau Bike Marathon, Gonso Classic in Albstadt. Gerne hätten wir an dieser Stelle von den Renneinsätzen des Team Imnauer bei den Frühjahrsklassikern berichtet und sportliche Impressionen vermittelt. Leider war – bzw. ist – bis dato in 2020 alles anders gelaufen als geplant.

Die Gründe sind weitreichend bekannt und allgegenwärtig. Seit einigen Monaten dreht sich sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben alles um einen neuartigen Virus namens SARA-CoV-2, alias „Corona“. Nicht nur das gesellschaftliche Leben ist durch die Corona Krise aus den Fugen geraten. Auch der Sport, als wichtiger Bestandteil der sozialen Gemeinschaft, findet sich plötzlich in einer bis dato unbekannten Konstellation aus Stillstand, Ruhe und Leere.

Ob die Olympischen Spiele, die Fußball Europameisterschaft oder die Mountainbike Cross-Country Weltmeisterschaft als regionales Highlight in Albstadt, nichts von alldem werden die Sportfans in 2020 erleben und genießen. Andere Großereignisse, wie die Tour de France, sind vorläufig auf einen späteren Zeitpunkt in 2020 verschoben worden und befinden sich im Standby Modus.

Die Fahrer vom Team Imnauer berichteten von unterschiedlichen Erfahrungen zu Beginn der Pandemie.

Für Steffi, Gorden, Micha und

Christian

wurde die Tragweite der Situation deutlich als plötzlich Schulen geschlossen wurden und Kinder zuhause betreut werden mussten.

Mit Absagen von Großveranstaltungen im Zuge von umfangreichen Beschränkungen des öffentlichen Lebens war für

Simon

und Loris früh absehbar, dass heuer die Rennsaison nicht wie gewohnt stattfinden wird.

Tommy und Nick waren zu Beginn der Ausbreitung des Virus im Ausland.

 

Tommy

beschrieb die Lage während seines Urlaubs auf Fuerteventura mit den Worten, „ein toller Tag auf dem Surfbrett ging zu Ende, als plötzlich an der Tankstelle das Chaos ausbrach da die spanische Regierung eine Ausgangssperre verhängt hatte. Die nächsten acht Tage verbrachten wir ausschließlich auf dem Grundstück der Oma. Der Abreisetag war dann richtig aufregend, da wir erst 20 Minuten vor dem Abflug unser Ticket erhalten haben. Ja, spätestens hier habe ich realisiert wie sich die Welt schlagartig verändert hat.“

In der weiten Ferne von Südamerika hatte

Nick

durch die Medien vom Start der Pandemie in Europa erfahren. Nick meinte, dass er spätestens bei seiner Rückkehr am Flughafen Ende März feststellte, dass er in einer veränderten Umgebung angekommen ist.

Die sukzessive Ausbreitung des Virus erlebten Markus, Dirk und Reiner nicht nur in ihrem beruflichen Umfeld. Zuerst die Einschnitte für chinesische Kollegen im Januar, dann die Explosion der Infektionszahlen in Italien und letztlich die Absagen von Frühjahrsreisen stellten früh die Weichen für eine veränderte Gesamtsituation. „Ab Mitte Februar habe ich um die Durchführung des Trainingslagers auf Mallorca gebangt. Kurz vor Reiseantritt kam dann der Shutdown und mir wurde die Entscheidung zu fliegen oder nicht abgenommen.“ Darüber war Dirk anfangs traurig, aber letztlich dennoch dankbar. Markus ergänzte, dass er von den schnellen Beschlüssen mit weitreichenden Konsequenzen überrascht war. Für ihn waren diese Maßnahmen zu dieser Zeit nachvollziehbar und richtig. Mit den Worten „schließlich ist Gesundheit das höchste Gut“, brachte Markus seine Einschätzung auf den Punkt.

Somit befand sich das gesamte Team nach Wochen und Monaten der akribischen Vorbereitung, in einer komplett neuen Situation. Anstelle des ersten Rennberichts in 2020, beschreiben die folgenden Passagen wie die Teamfahrer während des ersten Saisonviertels die festgezurrten Pläne ad acta legen mussten.

Traditionell startet die Saisonvorbereitung im Dezember mit der Planung der Team-Highlights und der individuellen Schwerpunkte. Wie Teamchef Simon berichtete, sollte auch heuer die Saison aus drei Säulen bestehen.

Der erste Fokus lag auf den lokalen Veranstaltungen des Hegau Bike Marathon in Singen, des Albstadt Bike Marathon und der Alb-Gold Trophy in Trochtelfingen. „Wir wollten uns nicht nur als Mountainbike-Team dem heimischen Publikum zeigen, sondern auch unsere Partner und Sponsoren repräsentieren.“

„Als zweiten Fixpunkt wollten wir beim Ortler Bike Marathon in Südtirol und beim 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel eine geschlossene und schlagkräftige Equipe an den Start bringen und gleichzeitig den Teamgeist weiter festigen. Dabei war unter anderem die Titelverteidigung im 2er-Team das ausgegebene Ziel“, ergänzte Simon in Bezug auf die überregionalen Aktivitäten.

Als dritten Part der Saison versprachen individuelle Ziele jede Menge Abwechslung.

Micha hatte anhand eines professionellen Trainingsplans bereits im November mit der Vorbereitung begonnen. „Warum so früh? Mein Saisonhöhepunkt sollte die Teilnahme auf der A-Strecke der Salzkammergut-Trophy am Fuße des Dachsteines sein. Bei einer Streckenlänge von 210km, einem Gesamtanstieg von über 7.000 Höhenmetern und einer Gesamtfahrzeit von geschätzten 14 Stunden wollte ich nichts dem Zufall überlassen“, beschrieb er seine persönliche Challenge.

Nachdem Tommy und Nick mit ihren Vorjahresleistungen nicht hundertprozentig zufrieden waren, wollten sie im Zuge zahlreicher Rennstarts, unter anderem beim Sellaronda Hero in den Dolomiten, ihre Fähigkeiten wieder unter Beweis stellen.

Abseits der Stollenreifen setzten sich Loris, Dirk und Sandi individuelle Ziele. Loris plante beim 3-tägigen Riderman in Bad Dürrheim einen Ausflug auf die Straße. Ebenfalls auf dem Rennrad wollten Dirk und Sandi als Duo die kräftezehrende „Tour Transalp“ über 7 Etappen angehen. Angesprochen auf ihre Aussichten meinte Dirk, „auf Basis einer strukturierten Vorbereitung und einer vielversprechenden Verfassung im Februar, waren wir zuversichtlich, dass wir Chancen haben um Podiumsplätze auf einzelnen Etappen zu fighten.“

Ohne den Einsatz eines Fahrrads wollte Markus als ambitionierter Marathonläufer erstmals einen Ultra-Trail Lauf in den Bergen bewältigen. „Um in den Bergen zu Fuß zu bestehen, hatte ich fast nahtlos an das vergangene Saisonende meinen spezifischen Trainingsumfang gesteigert. Mit Laufweste und Stöcken ausgestattet absolvierte ich mehrstündige lange Läufe mit etlichen Höhenmetern.“ Angetan von der neuen sportlichen Erfahrung meinte Markus, „es war schon komisch Singletrails zu Fuß bewältigen, die ich normalerweise flowig mit dem MTB runterballer“.

Wie unsere Teamfahrer mit diesen veränderten Rahmenbedingungen umgegangen sind und deren Herausforderungen gemeistert haben berichten wir im nächsten Teil. Des Weiteren geben wir einen Ausblick auf die zukünftigen Aktivitäten und zeigen wie wir trotz allem voller Zuversicht auf die kommenden Monate schauen.

Wer noch regelmäßiger über die Teamaktivitäten auf dem Laufenden bleiben möchte, schaut einfach mal auf unserer neuen Instagram-Präsenz… #teamimnauer


Beeindruckender Saisonabschluss im In- & Ausland

Zum Ende der Saison 2019 hat das Team Imnauer mit Top-Platzierungen nochmals ein großes Ausrufezeichen gesetzt. Steffi und Dirk fuhren beim Engel-Cup in Daugendorf unter die Top5. Markus krönte seine durchwachsene Saison mit einem zweiten Platz beim größten Mountainbike-Rennen in den USA.

„Heute ging bei mir alles auf“, meinte Markus im Ziel nach seiner siebten Teilnahme beim Iceman. Dieses Jahr fand das einzigartige Event zum 30.Mal im Norden von Michigan statt. „Nach den letzten beiden Jahren, die eher für mich enttäuschend waren, bin ich mit dem 2.Platz bei einem meiner Lieblingsrennen absolut happy.“ Dass dieses Rennen in vielen Belangen einzigartig ist, hat sich besonders heuer gezeigt. In den Tagen vor dem Rennen wurde der Herbst von einem plötzlichen Wintereinbruch beendet. „Dieser plötzliche Wetterumschwung ist für diese Region nicht ungewöhnlich. Dennoch traute ich am Tag vor dem Rennen meinen Augen nicht, als im Startbereich fünf Zentimeter feinster Neuschnee lagen.“

Mit gemischten Gefühlen und der Gewissheit, dass sich sein Körper die letzten Wochen gut erholen konnte, ging Markus hochmotiviert an den Start bei knapp über 0°C. „Nach der stimmungsvollen Nationalhymne ging ich voller Adrenalin mit 150 Fahrern aus dem ersten von insgesamt 50 Startblöcken auf die Strecke.“ Aufgrund des stark aufgeweichten, sandigen und schlammigen Untergrunds ging das Feld kontrolliert auf die ersten Meter. „In den engen Singletrails konzentrierte ich mich darauf unversehrt auf dem Bike zu bleiben. Es ist einfach genial wie an der Perlenkette aufgereiht im Slalom tausende Bäume zu passieren. Das ist wahres Mountainbiking und ein Markenzeichen für die unzähligen Trails in Michigan.“ Da die Fahrspur maximal einen halben Meter breit war und links und rechts eine Schneedecke lag, konnte Markus in der ersten Rennhälfte leider fast keine Überholmanöver angehen.

Zur Rennhälfte wurde der Schnee weniger, der Untergrund etwas fester und mehr und mehr Hügel warteten auf die Fahrer. „Das war genau mein Ding. Da meine Beine richtig gut kurbelten wusste ich, dass ich ab hier meine Konkurrenz distanzieren könnte.“ Daher beschäftigte sich Markus nun mit der Frage wann der beste Zeitpunkt wäre, um in den Zeitfahrmodus zu wechseln. „Bei Anita’s Hill – eine der steilsten Rampen – war ich überzeugt, dass ich noch ausreichend Körner für einen Ausreisversuch habe. Ich zählte Kilometer für Kilometer runter, um schließlich 9km vor dem Ziel zwei Gänge hochzuschalten. Ich explodierte im positiven Sinne und genoss es über das kupierte Gelände zu heizen. Ich nahm jeden Anstieg im all-out Modus, um im anschließenden kurzen und flowigen Downhill Kraft für die nächste Attacke zu sammeln. Am letzten Anstieg – dem sog. Icebreaker – flog ich mit der lautstarken Unterstützung von frenetischen Fans an zwei Konkurrenten vorbei.“

„Endlich mal wieder ein sehr gutes Ergebnis und vor allem ein richtig guter Rennverlauf“, meinte Markus im Ziel glücklich und zufrieden. Direkt im Anschluss beschrieb er die Veranstaltung wie folgt: „Nur hier gibt es 4.700 Biker, die bei widrigsten Bedingungen mit Schnee und Schlamm einen Ritt über verwinkelte Singletrails in Angriff nehmen und dabei von zahlreichen Zuschauern und Live-Bands in abgelegenen Wäldern unterstützt und nach vorne gepeitscht werden.“

 

Zum ersten Mal startete Steffi beim vom Gasthof Engel in Daugendorf organisierten gleichnamigen MTB-Marathon. „Mit ganz guten Beinen, die sogar einen Zielsprint zuließen, hat das Rennen von Anfang bis Ende einfach nur Spaß gemacht“, resümierte Steffi ihre Premiere beim Engel-Cup. Selbst der sogenannte Wadenbeißer mit Steigungswerten von über 20% konnte Steffi das Lächeln nicht nehmen. „Das Publikum, das einen die Berge hochschreit, die schöne Strecke am Rande der Schwäbischen Alb und der Veranstalter drücken diesem Event ein ganz besonderes Flair auf. Für mich war das heute ein gelungener Saisonabschluss, der Vorfreude auf die nächste Saison macht.“

 

Da sich Dirk am Start etwas weiter hinten einreihte, nutzte er die Anfangsphase auf Asphalt um sich weiter vorne zu platzieren. Nach dem ersten Anstieg hat sich eine Gruppe mit acht Fahrern gebildet. Dabei war das Tempo in der Gruppe relativ hoch aber auch sehr unrhythmisch. „Das liegt mir nicht so gut und daher tat ich mich zumindest in der ersten Rennhälfte recht schwer.“ Wenige Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe immer noch unverändert groß und Dirk entschied sich aus jeglichen Positionskämpfen und einem Sprint rauszuhalten, um unversehrt ins Ziel zu kommen. „Um das Tempo bis zum Zielsprint hoch zu halten, habe ich mich daher zwei Kilometer vor dem Ziel vor die Gruppe gespannt“, beschrieb Dirk die letzten Rennkilometer seiner rundum gelungenen Saison 2019.

 

Die Ergebnisse im Überblick:

Stumpp, Markus             |    2.Platz           |    2:10h

Betz, Steffi                       |    4.Platz           |    2:04h

 Brutsche, Dirk                 |    5.Platz          |    1:46h

Team Imnauer stellt Vielseitigkeit erfolgreich unter Beweis

Gegen Ende der Saison stehen traditionell kleinere, aber nicht weniger spektakuläre Veranstaltungen auf dem Kalender unserer Equipe. Am Samstag gingen drei Fahrer beim sogenannten „Race4Two“ in Gomaringen an den Start. Tags darauf präsentierte sich beim bestens organisierten Lautertal Bikemarathon in Spiegelberg ebenfalls ein schlagkräftiges Trio dem Publikum und krönte die Teilnahme mit einer Podest Platzierung.

Kurzentschlossen starteten Dirk, Simon und Tommy beim Team-Wettbewerb auf der Cross-Country Strecke in Gomaringen. Dabei galt es als Duo innerhalb von 2 Stunden so viel Runden wie möglich zu fahren. Die Four Cross Strecke im Bikepark war Teil der 2 km langen Strecke. „Damit war klar, dass die Runde nicht nur konditionell, sondern auch technisch sehr anspruchsvoll sein wird. Simon und ich haben uns immer nach einer Runde abgewechselt. Wir beide haben uns die Renndauer gut eingeteilt, so dass auch zum Ende hin unsere Rundenzeiten stabil geblieben sind“, meinte Dirk. Abschließend meinte er, dass er in Anbetracht der starken Konkurrenz mit dem Ergebnis ganz zufrieden ist. „Heute stand eher der Spaß und der Teamgedanke im Vordergrund.“

 

Auch für Simon war es der erste Saisonstart auf einem kurzen knackigen Rundkurs. „Aufgrund der Nachmeldung musste ich aus der letzten Reihe starten und es ging ohne gemütliches Einrollen gleich von 0 auf 100. Ich konnte gleich nach dem Start, noch bevor es in den engen Streckenabschnitt ging, einige Plätze gutmachen.“ In Bezug auf das spannende Rennformat meinte Simon: „Da jeder von uns jede Runde voll am Anschlag gefahren ist, konnte sich der Puls in der Wechselzone bis zur nächsten Übergabe kaum erholen. Die Strecke mit kleinen Sprüngen, tollen Anliegerkurven und rasante Abfahren hat mir super gefallen. Das war genau mein Ding.“

 

Beim Lautertal Bikemarathon ging es für Tina, Dirk und Markus auf zahlreichen anspruchsvollen Single-Trails durch den Spiegelberger Herbstwald.

 

Aufgrund eines privaten Termins musste Tina leider bereits kurz nach der Zieldurchfahrt das Veranstaltungsgelände verlassen. Erst auf dem Heimweg bekam sie über eine WhatsApp Nachricht die Information, dass sie die Mitteldistanz auf Platz 3 gemeistert hatte. „Nach den ersten Rennkilometern auf Schotter, war ich vom technischen Anspruch der Strecke etwas überrascht. Den ergiebigen Regen der vergangenen Tage hatte ich irgendwie nicht mehr auf dem Schirm. Der Waldboden war extrem aufgeweicht und schlammig. Da war es kein Wunder, dass die Stollenreifen meistens komplett zu waren. Deshalb musste ich in der ersten Runde sowohl bergab als auch bergauf zweimal vom Rad steigen.“ Im munteren Wechsel ging es auf wechselndem Untergrund hoch und runter. „Nach der ersten von zwei Runden war ich schon ziemlich entkräftet. Dank meiner Streckenkenntnisse und steigenden Temperaturen kam ich mit der zweiten Runde deutlich besser zurecht. Dieser Marathon war ein bestens organisiertes Event, das in der späten Saisonphase noch einiges an Technik und Kondition abverlangt“, lautete ihr Schluss Fazit.

 

Über drei Runden absolvierten Dirk und Markus die Langdistanz. Nach der langen Saison war Dirk mit seinem Abschneiden auf der schönen und anspruchsvollen Strecke ganz zufrieden. „Vor allem die Zusammenarbeit mit Markus war klasse und hat viel Spaß gemacht.“ Zum Rennbeginn war Dirk das Tempo der 8-köpfigen Gruppe fast etwas zu hoch. Mit zunehmender Renndauer fand er einen sehr guten Rhythmus und meisterte die nicht ganz einfach zu fahrenden Abfahrten mit Bravour. „Ab der Hälfte der ersten Runde haben hauptsächlich Markus und ich das Tempo bestimmt. Wir haben uns ständig in der Führung abgewechselt.“ In der dritten Runden konnten sie mit der Taktik einer konstanten Fahrweise einen Fahrer nach dem anderen einholen. „Als Markus am letzten steileren Anstieg das Tempo nochmal erhöht hat, habe ich mich auf meinen direkten Konkurrenten konzentriert und nicht auf Biegen und Brechen versucht sein Hinterrad zu halten“, ergänzte Dirk.

 

Ohne größere Ambitionen ging Markus an den Start. „Ich wollte heute einfach nur das Rennen genießen und gemeinsam mit Dirk ein schlagkräftiges Duo bilden. Die Abfahrten waren eine echte Rutschpartie. Da ich mich fahrtechnisch heute nicht wohlgefühlt habe, bin ich froh, dass ich mich auf dem Bike halten konnte. Allerdings musste ich nach den Downhills immer wieder eine Lücke nach vorne schließen. Das hat mich mehr Körner als gewünscht gekostet. In der zweiten Rennhälfte kam ich mit der Strecke viel besser zurecht und wusste genau wo die Ideallinie war. Die Fahrt mit Dirk war sehr kurzweilig und super harmonisch.“ Zum Rennende hatte Markus noch sehr gute Beine, zog bis zur Ziellinie einen zehnminütigen Schluss Sprint an und finishte mit einer Solofahrt. „Obwohl mir kurze Anstiege und technische Passagen nicht ganz liegen, kann ich mit meinem Ergebnis zufrieden sein.“

 

 

Die Ergebnisse im Überblick:

Race4Two (2 Stunden) 

Brutsche, Dirk & Leicht, Simon  |     6.Platz   |   19 Runden

Lautertal Bikemarathon

Brutsche, Dirk                 |   5.Platz   |   4:08h

Stumpp, Markus             |   9.Platz   |   4:08h

Stumpp, Tina                   |   3.Platz   |   3:43h